Der BDSM-Workshop — Oder wie ich lernte zu fliegen

Hier wird wieder meine Sicht beschrieben auf das, was Dilara in ihrem Beitrag hier geschrieben hat: https://dilara213.wordpress.com/2019/05/07/du-bist-mein-wie-wunderbar/

„Kommt eigentlich bei uns der Osterhase?“, fragte sie mich eines Abends.

„Tja, woher soll ich denn wissen, ob der zu uns kommt? Aber ich gehe ihn mal fragen.“ Dass ich ihr schon längst Ohrringe in Form von Federn bestellt hatte, wollte ich ihr nicht unbedingt sagen. Es fiel mir so schon schwer, diese Überraschung für mich zu behalten. Ich kann generell Überraschungen schlecht für mich behalten. Aber diese Ohrringe hatten für mich eine ganz besondere Bedeutung. Ich hoffte nur, dass sie ihr gefielen.

„Sag mal, hast du eigentlich eine Nickelallergie?“ schob ich noch hinterher. Wie unglaublich geschickt ich mich doch manchmal anstellen konnte. Ich verdrehte innerlich die Augen so sehr, dass sie meinem Hirnareal, das für diese Frage zuständig war, den Stinkefinger zeigen konnten.

„Ja, eine leichte. Wiiiiiiiiiiesoooooo?“ fragte sie. Ich verfluchte innerlich den Umstand, dass ich mich immer in intelligente Frauen verlieben musste.

„Nur so“, antwortete ich ihr lahm.

„Er kommt schon zu uns, gell? — Denn ich habe Dir etwas nickelfreies bestellt.“ sagte sie boshaft lächelnd.

Etwas hatten wir beide gemein. Wir waren beide unglaublich neugierig. Neugier wird noch mein Untergang sein. Dessen war ich mir absolut bewusst. „So? Was denn“ fragte ich.

Sie streckte mir die Zunge raus und sagte: „Das sage ich Dir nicht. Du sagst mir ja auch nicht, was du für mich hast“

„Ich habe dir Ohrringe bestellt“, platzte es aus mir heraus. Natürlich in der Hoffnung, dass sie mir verriet, was sie denn für mich hätte. Aber ich wusste, was jetzt passieren würde.

„Ohhhhhh“ rief sie freudestrahlend. „Wie schööööön“. Und dann: „Ich bin müde und werde jetzt ins Bett gehen.“

Wie? Was? Einfach so? dachte ich.

„Heeee, du fieslich grauslicher Fiesling. Du schuldest mir noch eine Antwort“, rief ich ihr erbost hinterher.

Sie kicherte in sich hinein, drehte sich noch einmal total würdevoll zu mir um, lächelte mich an und sagte zuckersüß: „Ich weiss. Ist heute Ostern?“

Ich schimpfte. Ich fluchte. Ich schwor mir, sie das nächste Mal sowas von leiden zu lassen, wenn sie neugierig war. Aber sie war so entwaffnend. So umwerfend süss. Ich konnte ihr nur eine Stunde lang böse sein. Und so schlief ich mit einem Lächeln ein.

Wir hatten uns für das lange Osterwochenende einen Workshop herausgesucht. Einen BDSM-Workshop für Paare. Es war der erste Workshop überhaupt, zu dem ich gehen würde und es war der erste Workshop, zu dem ich mit meiner Partnerin gehen würde. Ich war ziemlich aufgeregt. Für mich war dieses ganze BDSM noch immer etwas völlig Neues und Faszinierendes. Eine völlig neue und total andere Welt, die ich aber sehr genoss. Vor allem mit Dilara als Mentorin.

Ich war zwar schon immer der Meinung, dass Sex nicht nur das Übliche „Rein/Raus“ ist, sondern dass er lange vor dem eigentlichen Akt anfängt und vor allem im Kopf stattfindet. Dieses gegenseitige Anfixen, heiss machen, dann wieder Ignorieren, so tun, als wenn da gar nichts wäre… All das hat mich in meiner Fantasie schon immer begleitet. Und in der Zeit nach der Trennung von meiner Exfrau, habe ich diesen Teil sehr genossen, ohne es allerdings BDSM zu nennen. — Deshalb war ich so freudig überrascht, dass Dilara mit mir auf einen solchen Workshop gehen wollte, besonders da sie mit ihrem anderen Partner ja bereits viele Erfahrungen gesammelt hatte.

Wir kamen an unserem Hotel an, ein kleines aber feines Haus mit super Küche. Auf der dreistündigen Fahrt haben wir Händchen gehalten und viel geredet und gelacht. Es war eine wundervolle harmonische Fahrt.

Nach dem Essen gingen wir auf unser Zimmer. Und endlich fragte sie mich: „Wann ist denn eigentlich Ostern?“

Ich hüpfte vom Bett, um die kleine schwarze Schachtel aus meinem Rucksack zu holen und drückte sie ihr mit dem Wort: „JETZT“ in die Hand.

Sie machte die Schachtel auf, sah die Ohrringe, schaute mich an, nahm sie heraus, hielt sie ins Licht, quietschte glücklich auf und strahlte mich an, dass mir die Knie weich wurden. Sie küsste mich stürmisch und leidenschaftlich und ich wusste: Diese Ohrringe gefielen ihr.

„Die sind soooo schön“, sagte sie mit glitzernden Augen. Sie küsste mich und dankte mir und hielt sie mir hin, damit ich sie ihr anlegen konnte. Ich betrachtete sie mit pochendem Herzen. Diese wundervolle Frau.

„Mach die Augen zu“, sie strahlte mich an. Ich kannte sie mittlerweile so gut, dass ich wusste, zu welcher Facette ihres Ichs diese tiefe Stimme gehörte. Ich bekam eine Gänsehaut und schloss gehorsam die Augen. Ich spürte, wie sie meine nackten Schultern küsste. Ich spürte, wie sie ihre Hände um meinen Hals legte. Dann spürte ich, wie etwas kaltes an meinem Rücken hoch glitt. Ich hörte ein metallisches Rascheln. Und dann spürte ich, wie sich dieses kalte Metallische Etwas um meinen Hals legte. Sie drückte sich an mich, küsste mich, streichelte meine Schultern, meine Brust und sagte leise mit eben jener tiefen Stimme: „Mach sie auf“.

Ich öffnete die Augen, fasste an meinen Hals, spürte die metallischen Ketten und wusste, um was es sich handelte: Ein Halsband. Ich sah ihr in die Augen und wurde mir bewusst, was es für sie bedeutete und vor allem auch, was es für mich bedeutete. Ich sah tiefe Liebe und Zuneigung in ihren Augen. Ich war ganz aufgeregt, zog sie zu dem Spiegel und betrachtete meinen Hals mit dem Halsband. Ich sah, dass sie ihren Zeigefinger in die Schnalle gehakt hatte, ich bemerkte, dass sie mich daran zu sich zog, mich küsste.

Es gibt ein paar vergleichbare Situationen in meinem Leben. Der Moment, als ich meiner Exfrau einen Heiratsantrag gemacht hatte. Der Moment, als wir dann uns tatsächlich die Eheringe an die rechte Hand angesteckt hatten. Und jetzt das. Es war das wundervollste Geschenk, das ich jemals in meinem Leben bekommen hatte. Denn dieses Halsband bedeutete nicht nur ein Eintauchen in diese Welt des BDSM. Es war vor allem eines: Ein Zeichen ihrer Hingabe! Ein Zeichen ihrer Liebe und ihres Vertrauens in mich.

Wir küssten uns. Lange und sehr leidenschaftlich. Und dann sagte sie: „Du wirst dieses Halsband immer dann tragen, wenn wir miteinander spielen“.

Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte. Ich war nie um Worte verlegen, fand meist die richtigen, sah in fast allem auch immer etwas Lustiges. Aber das hier war etwas ganz ernstes. Und so sagte ich feierlich und mit belegter Stimme: „Jawohl… Mylady“.

Sie lächelte und strahlte mich an und wir küssten uns ein weiteres Mal. Diesmal etwas länger. Und noch leidenschaftlicher als zuvor. Und danach schliefen wir glücklich und zufrieden ein.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem guten Frühstück zum Workshop. Das Haus befand sich etwas außerhalb der Stadt im Grünen. Wir kamen als letztes an. Vielleicht hätten wir morgens doch ein wenig kürzer vögeln sollen, um wirklich rechtzeitig ankommen zu können. Aber ich verwarf diesen unmöglichen Gedanken sofort wieder. Nicht vögeln, um rechtzeitig irgendwo sein zu können? Welch Blödsinn! Ich lachte auf.

Mike vom Workshop begrüßte uns und lud uns in das schön eingerichteten Spielzimmer ein. Ich sah zum ersten Mal ein Andreaskreuz, sah mehrere Regale mit den unterschiedlichsten Schlaginstrumenten, sah einen Korb mit Rohrstöcken, sah die unterschiedlichsten Peitschen und wusste, hier fühlte ich mich wohl. Dilara erging es ähnlich. Wir beide glitten mit großen Augen an den Regalen entlang wie Kinder an einem Spielzeuggeschäft. Ihr hatte es besonders eine Peitsche aus Pferdehaar angetan, während ich insgeheim die verschiedenen Peitschen bewunderte. Ich hatte als Kind mal eine Peitsche. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich mich damit selbst getroffen hatte. Ein Wunder, dass ich noch beide Ohren habe.

Mike und Steffi waren beide total sympathisch, spielten schon seit fünf Jahren miteinander, switchten auch wie Dilara und ich und waren ein wunderbar harmonisches, offenes und humorvolles Paar.

Neben uns nahmen noch zwei weitere Paare am Workshop teil: Die Grauen und die Großen. Beide Paare waren um die Mitte / Ende 40, aber während die Großen sehr sympathisch rüber kamen und sich aktiv beteiligten, waren die Grauen eher… nun, sie waren Grau. Eine kleine graue Maus und ihr grauer Herr Mäuserich.

Etwas, das mir von Anfang an aufgefallen war: Dilara und ich waren die einzigen, die nahe beieinander saßen, sich während des Workshops berührten, miteinander auch lachten und neben den Infos, die Mike und Steffi uns gaben, auch alles andere gern aufnahmen. Das wunderte mich ein wenig. Ich war der Meinung, dass BDSM vor allem die körperliche Nähe eines Paares stimulieren sollte. Und körperliche Nähe konnte nicht aufkommen, wenn man körperlich Meilen voneinander getrennt war. Gut, es waren keine Meilen, sondern Zentimeter. Aber dennoch verwunderlich. — Ich jedenfalls genoss es, so nahe bei Dilara zu sein.

Der erste Teil des Workshops erklärte mir eher offensichtliche Dinge, dass es sich um Fantasien handelt, dass natürlich beide Partner damit einverstanden sein müssen, dass man Grenzen absprechen und wirklich einhalten sollte.

Der zweite Teil war dann eine praktische Übung: Wir sollten unsere Fantasien einfach mal aufschreiben und dann mit unserem Partner diskutieren. Überhaupt stand Kommunikation ziemlich weit oben auf der Agenda. Die Kursleiter betonten immer wieder, wie wichtig dieses Thema ist.

Ziemlich spannend fand ich, dass Dilara und ich ähnliche Fantasien aufgeschrieben hatten. Wir diskutierten sie kuschelnd mit einem Kaffee auf dem Boden sitzend und waren uns einig, dass wir das sehr bald mal ausprobieren mussten.

Dann kam es endlich zum praktische Teil. Dilara hatte ihren Flogger mitgebracht und wollte ihn unbedingt an mir ausprobieren. Bisher hatte sie mich erst einmal mit dem Gürtel traktiert und dann noch mal mit Carbonstäben. Ich war ziemlich gespannt auf den Flogger.

Ich machte mich bereit, zog mich bis auf die Shorts aus, holte stolz mein Halsband hervor, ließ es mir von Dilara umlegen und stellte mich an ein Regal. Links und rechts von mir hingen Gerten und Peitschen und ich schloss ungeduldig meine Augen.

Ich bekam schon recht schnell kaum mehr etwas mit, was um mich herum geschah. Ich hörte Stimmen von den anderen Paaren, war mir bewusst, dass ich hier gerade der einzige Mann war, der von seiner Partnerin bespielt werden würde und fühlte mich bei diesem Gedanken ziemlich wohl.

Dilara sagte etwas zu mir und fing an, mich mit dem Flogger zu behandeln. Er streichelte meine linke Schulter, ich spürte ein leichtes Brennen und rief laut nach mehr. Es knallte links, es knallte rechts. Ich rief nach mehr. Ich rief, dass sie stärker zuhauen soll. Ich konzentrierte mich völlig auf Dilara, die mir ab und zu leise etwas ins Ohr flüsterte, mich anschließend wieder mit dem Flogger liebkoste. Und ich zuckte, streckte mich ihr entgegen, bot ihr meinen ganzen Körper an, wollte, dass sie mich überall gleichzeitig berührte… ich flog. Ich flog im Wissen, dass Dilara da sein würde, dass sie unendlich lang weitermachen würde. Ich flog hoch über die Wolken, hörte das Knallen des Floggers, hörte irgendwann Mylady aus ihr heraus, wie sie zu mir kam, mir sagte, dass ich das gut machte, mich mit ihrer tiefen Stimme liebkoste, sich mit ihrem Körper an mich presste, mich umarmte, mir sagte, dass sie jetzt etwas anderes ausprobieren würde.

Ich flog und lernte dabei fliegen.

Das andere Instrument fühlte sich anders an. Ich wusste nicht, was es war. Sie erklärte es mir zwar, aber es kam nicht an, ich reckte mich ihr wieder entgegen, wollte, dass sie endlich anfing, mich wieder zu liebkosen. Ich wurde ungeduldig, dass es so lange dauerte.

Doch dann endlich spürte ich die ersten Schläge. Ich stöhnte, ich rief laut: „Mehr! Mehr!“ Und dann: „Härter! Doller!“

Und sie erfüllte meine Wünsche. Und ich flog noch höher hinaus, flog weiter als jemals zuvor und vergaß dabei absolut alles um mich herum. Ich bemerkte zwar, dass Dilara ab und an mal inne hielt. Ich bemerkte einmal auch, dass sich irgendwer hinter mir unterhielt. Aber all das war mir völlig egal. Ich lag sanft auf den Wolken meiner Imagination, schaukelte im Auf und Ab der Wellen im Meer. Das Brennen auf meinem Rücken und an meinen Oberschenkeln nahm ich nur als Kuss der Mittelmeersonne wahr.

Ich konnte nicht sagen, wie lange sie mich schlug. Ich wusste nur, dass ich ewig so hätte weitermachen können. Aber dann kam sie zu mir und flüsterte: „Das reicht jetzt erst mal. Ich bin so stolz auf Dich. Du hast mich so glücklich gemacht. Ich liebe dich.“ Und immer wieder „Ich liebe Dich!“

Und das reichte, um mich landen zu lassen. Sanft setzte ich auf. Ich spürte das Brennen auf meinem Rücken, ich spürte aber auch, wie sie ihren warmen, weichen Körper an mich presste, mich zärtlich spüren ließ, dass sie bei mir war, mich hielt, mich ankommen ließ, mich küsste.

Irgendwann öffnete ich die Augen, sah Dilara vor mir, sah das Lächeln dieser wunderschönen Frau vor meinem Gesicht, das Strahlen ihrer Augen, das Lächeln der Grübchen um ihren Mund, die sanften vollen Lippen… Es war alles so wirklich.

Ich war wieder bei mir, Dilara hatte sich perfekt um mich gekümmert. Eng umschlungen saßen wir auf dem Boden und hörten dem weiteren Unterricht zu. Es ging um Schlagtechniken und den Umstand, dass man, um in einen Flow zu kommen, mindestens 20 Minuten kontinuierlich liebkost werden müsse. Ich staunte. Bei mir ging es ganz gewiss etwas schneller. Ich glaubte, ich war schon vor dem ersten Schlag im Flow.

Ich schaute mich um und sah die beiden anderen Paare. Frau Grau hatte Strapse und ein T-Shirt an und einen roten Hintern. Seltsam, dass ausgerechnet das mir an ihr aufgefallen war. Aber ich hatte nun mal ein gewisses Interesse an Strapsen. Frau Gross wiederum war in ihrem Element. Sie sagte, sie sei Sexualtherapeutin. Und als solche musste sie wohl vor allem eines machen: Reden und Fragen stellen. Herr Grau stand etwas abseits von seiner Frau und liebkoste seine Werkzeuge mehr, als er seine Partnerin beachtete. Und Herr Gross starrte auf Dilara und mich.

Es schien mir, dass die anderen Subs recht gern auch etwas mehr Nähe zu ihrem Dom gehabt hätten. Aber beide standen ziemlich weit weg von ihrer Sub. Das machte Dilara perfekt. Ich hätte mir auch nicht vorstellen wollen, wie es jetzt wäre, wenn sie sich von mir distanzierte. Nein, so wie es gerade war, war es einfach perfekt. Ich streichelte Dilara und küsste sie und raunte ihr ein Danke zu, gefolgt von einem „Ich liebe Dich“.

Sie schaute mich mit ihren großen Augen dankbar an.

Nach kurzer Zeit ging es weiter zum zweiten praktischen Teil. Dilara und ich waren uns schnell einig, dass ich diesmal am anderen Ende der Peitsche stehen würde. Das macht wirklich Spass, dieses Switchen.

Ich war sehr froh, zuerst in den Genuss ihrer Hingabe gekommen zu sein. Ich muss wissen, wie es sich etwas anfühlt, bevor ich so etwas selbst geben kann. Wenn es mir nicht gefallen hätte, würde ich es nicht tun wollen, einfach weil ich mir nicht vorstellen konnte, was nötig war, um sich dabei wohl zu fühlen. Und ich war kein Schläger, der seine Lust darin fand, andere mit einer Peitsche zu prügeln. Ich möchte damit der anderen Person Lust verschaffen. Denn dass wiederum verschafft mir meine Lust.

Neben dem Flogger (klar!) suchte ich mir noch die Gerte aus. Dilara meinte, sie kenne dieses Instrument noch nicht. Und damit war es für mich gesetzt, dass ich die Gerte ausprobieren würde. Probeweise schlug ich mir selbst damit auf den Oberschenkel. Verdammt noch mal, das zog ganz schön.

Eigentlich wollte ich auch noch einen Rohrstock ausprobieren. Aber das war dann vielleicht etwas zu viel des Guten.

Dilara wollte sich nicht einfach an dasselbe Regal lehnen, wie ich zuvor, so sind wir in ein anderes Zimmer verschwunden, in dem ein riesiges Bett stand und in der Ecke ein Käfig. Und davor ein paar Kissen.

Was es nicht alles gab, dachte ich staunend. Ich musste wirklich noch viel lernen und viel erleben.

Dilara zog ihr Oberteil aus und legte sich vor mich auf den Bauch hin, die Kissen unter sich. Ich sah sie dort erwartungsvoll liegen, sah ihren wundervollen Hintern, ihre langen wohlgeformten Beine, sah ihren Rücken mit dem Tattoo und dachte mir, was für ein Glück ich doch hatte, dass sie mir so vertraute und dass sie sich mir so einfach hingab.

Bevor ich anfing, legte ich noch das Halsband ab. Es schien mir irgendwie unpassend zu sein, am anderen Ende der Peitsche zu stehen und dabei ein Halsband zu tragen. Aufstand der Sklaven, dachte ich kichernd und begab mich in Position. Ich nahm den Flogger in die rechte Hand und die Striemen in die linke… und dann holte ich langsam aus und ließ den Flogger tanzen.

Dilara belohnte mich mit sanften Bewegungen ihres Hinterns, sie kreiste ihn, lockte mich mit ihm und ich tat ihr den Gefallen und schlug zu. Ich variierte die Schläge, fragte immer mal wieder nach, ob es ihr gefalle, bekam aber bis auf ein „Hrmmm“ keine Antwort.

Nun gut, dachte ich. Es wird ihr wohl gefallen. Also wurden meine Schläge langsam stärker und fester. Ich zielte auf ihre Oberschenkel, auf ihren Hintern, ließ ihn tanzen, ließ ihn kommen.

Zack, machte der Flogger klatschend und Dilara tanzte. Sie tanzte für mich.

Irgendwann wechselte ich das Instrument und meldete es an. „Ich nehme jetzt die Gerte“, sagte ich ihr. Sie schnurrte nur. Und ich flüsterte ihr zu: „Du machst das wahnsinnig gut. Ich liebe deinen Tanz. Tanze weiter für mich, fliege für mich“

Sie schnurrte noch mehr.

Und dann benutzte ich die Gerte. Ich hatte als Kind mal ein Pferd, also wusste ich ungefähr, wie man sie einsetzen musste. Ich zielte und schlug auf ihren Hintern. Sie zuckte, rollte sich zusammen, drehte sich und entspannte sich wieder. Ich schlug wieder zu, versuchte einen passenden Schlagrhythmus zu behalten. Es klatschte, sie zuckte zusammen, fing an zu kichern, entspannte sich wieder und ich schlug wieder zu.

Es war so herrlich mit anzusehen und ich spürte wie in mir Lust aufkam. Jetzt, da ich wusste, wie gut sich das anfühlte, wieviel Spaß es machte, unter der Gerte zu liegen, dem Peitschenschwinger, sein Vertrauen zu schenken und zu wissen, dass man es schon richtig machen würde… all dies ließ mich entspannen. Und mit der Entspannung kam die Lust.

Verdammt noch mal, ich spürte so eine unbändige Lust auf diese Frau da unter mir. Ich merkte, wie ich hart wurde.

Gut, dass genau jetzt Steffi zu uns kam. Sie sah mich an, lächelte und wusste, dass wir beide die Situation im Griff haben. Ich schlug noch ein paar von ihr beobachtet zu. Und dann sagte sie sanft: „Wir wollen gleich weitermachen“.

Wie? Was? Warum denn? Ich mache hier doch schon weiter. Und überhaupt, ich brauche gleich noch etwas Zeit, darf ich die Tür abschließen? Oder wollt ihr alle zugucken?

Nun, das waren nicht genau die Worte, die ich sagte. Ich hatte mich wohl doch noch etwas mehr im Griff. Also sagte ich etwas bedauernd: „Schade.“

Sie lächelte wissend und ließ uns wieder allein.

Ich sagte zu Dilara: „Du hast das sehr schön gemacht. Du zählst jetzt bitte die Schläge mit. Fünf schenke ich dir noch. Hast Du verstanden?“

Ich schlug zu und Dilara zählte gehorsam mit. Hach, ist das schön. dachte ich.

„Eins!“ sagte sie laut.

Ich ließ mir Zeit, um es sie genießen zu lassen. Holte wieder aus und schlug ein weiteres Mal zu.

Sie wand sich aber ignorierte den Schlag. Also holte ich mit einem Lächeln noch einmal aus. Du bist so tapfer, dachte ich.

Und Dilara zählte insgesamt vier Schläge nicht mit. Ich war so stolz auf sie.

Anschließend ließ ich sie sanft aufwachen. Ich beugte mich zu ihr herunter, küsste sie, streichelte sie. Und dann öffnete sie ihre Augen und strahlte mich an.

„Ich liebe Dich“, sagte ich. „Du machst mich so stolz“. Und Dilara wäre nicht Dilara, wenn sie nicht fast sofort wieder aufgestanden, mich in ihre Arme genommen und gefragt hätte: „Wollen wir weiter machen?“

Ich lachte auf.

Damit war dieser Workshop vorbei, es gab noch etwas zu essen und zu trinken, Dilara und ich saßen draußen in der Sonne, kuschelten uns aneinander und unterhielten uns über das, was wir so erfahren hatten. Irgendwann verabschiedeten sich die beiden anderen Paare und wir bedankten uns noch bei den Mentoren.

Anschließend verbrachten wir den Rest des Tages damit, viel spazieren zu gehen, zu knutschen, uns zu unterhalten, zu kuscheln, viel zu lachen. Es war ein herrlicher Ausklang eines fantastischen Tages.

Am nächsten Morgen betrachteten wir neugierig unsere Körper. Ich hatte einen ziemlich großen langgestreckten Blauen Fleck vom Flogger links unter meiner Hüfte. Und ich hatte Dilara zwei wunderschön geformte Abdrücke der Gerte geschenkt: Einen links und einen rechts auf ihrem Po. Sie wirkten fast symmetrisch. Ich betrachtete die ersten blauen Flecke, die ich jemals absichtlich herbeiführen wollte, kritisch.

„Die sehen gut aus, findest Du nicht?“ der Stolz aus meiner Stimme war wohl nicht zu überhören.

„Und wie bitteschön soll ich das sehen?“ fragte sie leicht spöttisch.

„Du bist doch eine angehende Yoga-Lehrerin, oder?“ kicherte ich.

Als Antwort erhielt ich einen Schlag mit ihrer kleinen Faust auf meine Schulter und eine herausgestreckte Zunge. Ich musste wieder kichern. Ich liebte diese Frau.

Ich nahm mein Handy und machte ein Foto von ihrem wundervollen Hintern. Ich glaube, ich werde mir diesen Hintern mal irgendwann ausdrucken und rahmen lassen und über mein Bett hängen.

„Die haben ganz eindeutig die Form der Gertenspitze“, stimmte sie mir feierlich zu.

Ich strahlte übers ganze Gesicht und küsste sie. Meine ersten Spuren auf Dir.

Dann begutachtete sie meine Hüfte und sagte fachmännisch: „Das war der Flogger. Siehst du? Hier… die Striemen.“

Wir fachsimpelten noch ein wenig, kuschelten uns wieder auf’s Bett und dann fragte sie etwas schüchtern: „Dieses Sub-Sein, machst Du das für mich? Also so monogam?“

Ich hatte einen Kloss im Hals. Ich freute mich über diese Frage, nahm sie fester in meine Arme und antwortete stolz: „Ja! Ich vertraue Dir. Ich möchte das mit Dir erfahren und mit niemandem sonst.“

Sie küsste mich stürmisch.

Etwas außer Atem fragte ich sie vorsichtig: „Und dieses Domsen-Sein… möchtest Du das mit mir erleben? Also so ganz monogam?“

Nun nahm sie mich ganz fest in ihre Arme und antwortete: „Ja! Du hast mich vorhin so stolz gemacht. Ich vertraue Dir. Ich möchte das mit Dir erfahren und mit niemandem sonst.“

Diese Reise mit dir, Dilara… Du bist etwas ganz wundervolles. Ich vertraue Dir, ich schenke Dir das beste, was ich habe. Ich schenke Dir feierlich meine Zuneigung, meine Liebe zu Dir. Ich schenke Dir mich. Mit Haut und ganz viel Haaren.

Ich liebe Dich… ❤️

5 Kommentare zu „Der BDSM-Workshop — Oder wie ich lernte zu fliegen

  1. Ihr beiden, aus euer beider Sicht diese Erfahrung miterleben zu dürfen war sehr schön.
    Vielen Dank dafür! 💜
    Ich wünsche euch alles Gute und freue mich auf mehr Berichte. 😘😁

    Gefällt 1 Person

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