Schwesterchen

Schwesterchen ist blond und sehr attraktiv, sie ist Ukrainerin, lebt aber bereits seit über 20 Jahren in Deutschland. Ihr Akzent ist aber immer noch deutlich zu hören. Schwesterchen ist Anfang 40, hat zwei Kinder und eine ziemlich bescheidene Ehe hinter sich… und eine noch bescheidenere Scheidung. Ich traf sie vor über einem Jahr auf einer Singlebörse und war am Anfang hin und weg von ihr. Sie hatte dieselbe große Klappe wie ich und einen wundervollen Sinn für Humor (davon später mehr).

Anfangs dachten wir beide noch, dass es mit uns klappen könnte. Wir lachten viel gemeinsam, wir redeten offen (oft über Sex) und irgendwann dachten wir: Naja, wenn wir schon darüber reden, könnten wir es auch mal versuchen.

Nun, es kam, wie es kommen musste. Und ich kam, wie ich kommen musste. Und auch sie kam, wie sie kommen musste. Also alles wie sein sollte?

Nicht unbedingt. Wir stellten beide fest, dass wir uns in vielen Dingen einfach zu ähnlich sind und dass wir das Gefühl hatten, Inzucht zu betreiben.

Das hatte zur Folge, dass wir beide hinterher den anderen beinahe anflehten und sagten: „Das bleibt doch bei diesem einen Mal, nicht wahr?“

Seitdem sind wir gute, enge Freunde geworden, sie nennt mich Brüderchen und ich sie Schwesterchen. Wir reden über vieles miteinander und das ist verdammt viel Wert. Sie gibt mir manchmal einen wohlverdienten Tritt in meinen Hintern und umgekehrt wasche ich ihr auch oft die Flausen aus dem Kopf.

Heute habe ich mit ihr telefoniert und ihr von dem Spiel zwischen Dilara und mir erzählt — siehe hier.

Ich sagte: „Meine Freundin hat mir am Sonntag verboten, es mir bis zu unserem Wiedersehen, selbst zu machen.“

Sie antwortete erstaunt: „Und du hältst dich dran?“

„Klar! Du glaubst gar nicht, wie produktiv ein Mann schreiben kann, wenn es quasi schon aus den Augen wieder rauskommt.“ Dann habe ich ihr meine letzte Geschichte gezeigt, die Dilara und ich in den nächsten Tagen auf ihrem Blog veröffentlichen werden (Kopfkino 4).

Nach einiger Zeit fragte sie krächzend (sie lebt im Moment sexlos): „Und hast Du es ihr schon gezeigt?“

„Natürlich“, antwortete ich. „Das macht doch den ganzen Spaß aus. Dilara sagt, ich soll doch bitte-schön enthaltsam sein, ich schreibe ihr erotische Geschichten, um sie anzustacheln. Sie quittiert das mit frechen Kommentaren bezüglich dessen, was sie anzuziehen gedenkt, wenn wir vorher essen gehen…“

Sie unterbrach mich: „Ihr geht vorher noch essen?“ Ich nickte. „Gewagt“, antwortete sie lachend.

„Warum gewagt?“ fragte ich.

Sie lachte schallend auf und sagte nur: „Na ich hoffe, die haben im Restaurant genug Handtücher“

Ich stand irgendwie auf dem Schlauch: „Handtücher?“

„Ja, oder Windeln für Dich“, gluckste sie.

„Häh?“ machte ich ziemlich intelligent.

„Du wirst dann vier Tage nicht mehr gekommen sein und du schreibst solche Geschichten, bei denen mir ganz heiss wird — wie wird dir denn dann zumute sein? Und ihr?“

„Oh“. Jetzt war der Groschen gefallen. „Das könnte in der Tat etwas… ausufern“.

Sie lachte glockenhell. „Ausufern? Auslaufen könnte es. Literweise. Nimmst du wenigstens eine Ersatzhose mit?“

„Ich gedenke, mich zu beherrschen“, sagte ich hochnäsig. Wie schwer mir das fallen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Aber wer konnte denn auch ahnen, welch teuflische Pläne Dilara verfolgen würde?

„Sie wird mit dir spielen, sie wird dich im Restaurant anheizen, sie wird alle nur erdenklichen Mittel einer Frau einsetzen. Sei auf alles gefasst.“ Sie lachte und lachte.

Ich hasse es, wenn Schwestern recht behalten. Egal, ob sie nun tatsächlich meine Schwester ist, oder eine tolle Freundin. — Aber dieses Mal fand ich es nicht schlimm. Im Gegenteil.

Aber das ist eine andere Geschichte.

2 Kommentare zu „Schwesterchen

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